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  • Abenteuer Wildnis: Viertklässler entdecken den Nationalpark Ruhestein

    „Natur Natur sein lassen“ – Ein Tag voller Entdeckungen, Erlebnisse und erstaunlicher Zusammenhänge 

    Wo Pilze und Algen in Wohngemeinschaften leben, Tiere in Disco-Bäumen eine Party feiern und der Wald ganz ohne menschliches Eingreifen gesund und lebendig bleibt – dort liegt der Nationalpark Schwarzwald. Genau hierhin machten sich die vierten Klassen der Naturparkschulen Ottersweier und Unzhurst auf den Weg, begleitet von ihren Lehrerinnen und Jonas Wolf vom Nationalparkzentrum Ruhestein. Das Modul „Natur Natur sein lassen“ versprach nicht nur neue Erkenntnisse, sondern vor allem ein tiefes, sinnliches Naturerlebnis.

    Gleich zu Beginn stellte Jonas die Frage: „Worauf habt ihr heute Lust?“ Die Antworten reichten von „etwas Besonderes entdecken“ bis „eine Schlange sehen“ oder „Spaß im Schatten haben“. Passender hätte der Tag kaum starten können. Denn schon das erste Spiel, ein symbolischer Übergang vom Alltag in die Wildnis, machte klar: Hier geht es um Achtsamkeit, Zusammenarbeit – und darum, Natur mit neuen Augen zu sehen. Spielerisch sensibilisiert, erkundeten die Kinder anschließend mit Suchaufträgen die Natur. Besonders spannend war die Begegnung mit einer Flechte: kein Moos, keine Pflanze, sondern eine Lebensgemeinschaft aus Pilz und Alge – zwei Organismen, die in einer perfekten Symbiose zusammenleben. „Wie eine Wohngemeinschaft im Wald“, erklärte Jonas. Die Alge betreibt Photosynthese, der Pilz nimmt Nahrung auf. „Zwei in einem“ und ein Symbol für das Miteinander im Wald.

    Im Nationalpark Schwarzwald gilt das Prinzip „Natur Natur sein lassen“. Es wird nicht gejagt oder abgeholzt – nur in Ausnahmefällen, etwa bei Gefahren durch morsche Bäume. Statt Ordnung und Eingriffe dominieren hier Vielfalt und Wandel. Gerade scheinbar „unordentliche“ Flächen mit viel Totholz sind besonders wertvoll: Sie bieten Lebensraum für Pilze, Insekten, Spechte, Mäuse und viele andere Tiere – die sogenannten „Disco-Bäume“ voller Leben. Sogar der oft verurteilte Borkenkäfer erfüllt eine wichtige Rolle. Wenn Bäume sterben, entsteht Raum für Neues – Heidelbeerbüsche, Auerhühner, Spechte und weitere Tiere profitieren davon. Alles ist miteinander verknüpft.

    Ein stiller Abschnitt des Weges bot ein besonderes Naturerlebnis: Die Kinder durften einzeln durch ein Stück Wald gehen – in Stille, nur begleitet von den Geräuschen der Natur. Mit dem „Waldmikrofon“ berichteten sie anschließend von Ruhe, Spannung und neuer Achtsamkeit. Zwischendurch gab Jonas spannende Infos – etwa wie man Fichtenzapfen erkennt, die von Eichhörnchen oder Mäusen bearbeitet wurden. Auch Totholz als Wasserspeicher wurde anschaulich erklärt.

    Zum Abschluss ging es zu einem Sonnenplatz – dem Lieblingsort einer Kreuzotter, die sich an diesem heißen Tag allerdings nicht blicken ließ. Trotzdem erfuhren die Kinder Wissenswertes über diese seltene Schlange.

    In der Abschlussrunde war die Begeisterung spürbar – viele wären gern länger geblieben. Zur Erinnerung gab es ein Stück Weißtanne als duftendes Andenken an einen besonderen Tag. Ein herzliches Dankeschön geht an Jonas Wolf, das Team vom Nationalparkzentrum Ruhestein und alle, die diesen Tag möglich gemacht haben!

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