Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord unterstützt Projekte, die es Schülerinnen und Schülern ermöglichen, die Natur außerhalb des Klassenzimmers aktiv zu erleben. Eines dieser Angebote für die Naturparkschulen Ottersweier und Unzhurst ist das Modul „Wildkräuter“, bei dem die Kinder die heimische Pflanzenwelt mit allen Sinnen entdecken können. Der Einstieg in das Thema fand zunächst im Klassenzimmer statt, da es draußen noch recht kühl war. Gemeinsam mit Annette Vandersee, der Modul-Partnerin und erfahrenen Kräuterpädagogin, tauchten die Erstklässler in die Welt der Wildpflanzen ein. Zu Beginn wurde gemeinsam gesammelt, welche Kräuter die Kinder bereits kennen. Klassiker wie Schnittlauch und Petersilie waren schnell genannt – doch an diesem Tag ging es vor allem um die oft übersehenen Wildkräuter. Pflanzen wie Löwenzahn, Gänseblümchen oder Spitzwegerich wachsen ganz ohne menschliches Zutun und sind nahezu überall zu finden. Im Mittelpunkt des theoretischen Teils stand die Brennnessel.
Bei der anschaulich erzählten Geschichte über ein kleines Häschen und den Fuchs Smirre kehrte plötzlich eine ganz besondere Ruhe im Klassenzimmer ein. Gespannt lauschten alle Kinder und verfolgten aufmerksam den Verlauf der Geschichte – jedes Detail wurde aufgenommen, und viele warteten neugierig darauf, wie sie wohl enden würde. Im Anschluss daran wurde das Gelernte in einem kleinen Quiz aufgegriffen. Dabei ging es darum, anhand von Hinweisen zu erraten, um welche Pflanze es sich handelt – natürlich drehte sich alles um die Brennnessel. Dann durfte jedes Kind ein Gläschen mit Brennnesselsamen-Sesam-Salz nach Hause mitnehmen.
Anschließend machten sich die Kinder auf den Weg zur nahegelegenen Wiese, um die Wildkräuter in ihrer natürlichen Umgebung zu erkunden. Schon unterwegs gab es viel zu entdecken: Brennnesseln wurden vorsichtig „gestreichelt“, und die Knospen des Wiesen-Pippaus konnten probiert werden. Ein besonderes Erlebnis war ein Spiel mit geschlossenen Augen, bei dem die Kinder Pflanzen allein durch Tasten und Reichen erkennen sollten.
Auf der Wiese angekommen, erzählte Annette Vandersee eine fantasievolle Geschichte über einen Dinosaurier mit Zahnschmerzen, der durch den Verzehr von würzigem Gundermann wieder gesund wurde. Mit großer Neugier begaben sich die Schülerinnen und Schüler anschließend selbst auf die Suche nach weiteren Pflanzen und fanden unter anderem Goldnessel, Wiesen-Schaumkraut und leuchtende Löwenzahnblüten.
Dabei lernten sie, dass Wildkräuter nicht nur wichtige Lebensgrundlagen für viele Insekten wie Käfer, Bienen und Schmetterlinge sind, sondern auch für den Menschen zahlreiche gesundheitliche Vorteile bieten – und vor allem essbar sind. Genau das wurde zum Höhepunkt des Vormittags: Gemeinsam wurden die gesammelten Kräuter gewaschen, getrocknet, geschnitten und liebevoll angerichtet.
Zum krönenden Abschluss entstand ein vielfältiges Kräutermenü: Es gab frisches Kräuter-Rührei, aromatischen Kräuterquark, selbst geschüttelte Kräuterbutter, Mozzarellakugeln mit bunten Wiesenblüten, Butterbrote mit Kräutern sowie eine erfrischende Kräuterlimonade. Für die Kinder war es eine besondere Erfahrung, selbst gesammelte Zutaten zu verarbeiten und zu genießen.
Ein herzliches Dankeschön gilt Josephine Fuß-Reuschel aus Ottersweier sowie Manfred Friedmann in Unzhurst für die Bereitstellung der Wiese und Annette Vandersee für die Durchführung dieses gelungenen Projekts.




