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    der Maria-Victoria-Schule
    Grund- und Werkrealschule Ottersweier
    Naturparkschule

  • Ein Schultag voller wilder Begegnungen

    Im Rahmen der Naturparkschule entdecken die Schülerinnen und Schüler die Natur ihrer Heimat hautnah. Gemeinsam mit außerschulischen Expertinnen und Experten erleben sie spannende Lernmodule, die Wissen anschaulich und praxisnah vermitteln.

    So führte das Programm „Bärenforscher“ die fünfte Klasse der Werkrealschule Ottersweier in den Alternativen Wolf- und Bärenpark nach Bad Rippoldsau-Schapbach. Nach der Ankunft erfuhren die Schülerinnen und Schüler zunächst, warum im Park besonders ruhiges Verhalten wichtig ist: Alle Tiere, die hier leben, wurden aus schlechter Haltung oder anderen belastenden Lebenssituationen gerettet und tragen teilweise bis heute die Folgen ihrer Vergangenheit. Damit sie sich möglichst stressfrei bewegen können, sind die Besucherinnen und Besucher als ruhige Beobachter unterwegs.

    Derzeit leben zehn Bären, vier Wölfe und ein Luchs im Park – jedes Tier mit seiner ganz eigenen Geschichte. Besonders bewegte die Klasse das Schicksal der Bärin Franca. Sie verbrachte viele Jahre ohne Tageslicht in einem dunklen Keller und zeigt noch heute Verhaltensauffälligkeiten. Auch Bärin Jurka lernten die Schülerinnen und Schüler kennen. Sie ist die Mutter des berühmten Braunbären Bruno aus Norditalien und lebt seit der Eröffnung des Parks im Jahr 2010 dort. Mit ihren 29 Jahren gehört sie bereits zu den älteren Bewohnern – Braunbären können ein Alter von bis zu 40 Jahren erreichen.

    Während der Führung erklärten die Mitarbeiterinnen des Parks, wie die Tiere heute möglichst naturnah leben. Die Bären können sich frei bewegen, mit Artgenossen und teilweise auch mit den Wölfen zusammenleben, im Winter Höhlen graben und sich im Sommer in den Wasserstellen abkühlen. So erhalten sie ein Stück ihrer natürlichen Lebensweise zurück.

    Ein wichtiges Thema war auch die Frage, warum die Tiere nicht wieder ausgewildert werden können. Bären besitzen einen außergewöhnlich guten Geruchssinn und finden selbst gut versteckte Nahrungsquellen. Viele der geretteten Tiere haben jedoch gelernt, Menschen mit Futter zu verbinden. Mülltonnen, Rucksäcke oder Picknickplätze werden deshalb gezielt aufgesucht. Dieses Verhalten wurde durch den Menschen verursacht – die Folgen tragen jedoch die Bären. Eine Auswilderung wäre deshalb für Mensch und Tier zu riskant.

    Im Park suchen sich die Bären ihr Futter weitgehend selbst. Als Allesfresser besteht ihre Nahrung zu etwa 80 Prozent aus Pflanzen, ergänzt durch Insekten und andere Kleintiere. Besonders beliebt ist Honig. An heißen Sommertagen erhalten die Tiere außerdem eine besondere Erfrischung: sogenannte „Eisbomben“ – eingefrorenes Futter in großen Eisblöcken. Passend zu den sommerlichen Temperaturen waren an diesem Tag viele Bären beim Baden und Planschen zu beobachten.

    Großes Interesse weckte auch die Frage eines Schülers: „Wie verhält man sich, wenn man einem Bären begegnet?“ Die Antwort war eindeutig: Ruhe bewahren, dem Tier nicht direkt in die Augen schauen, keinesfalls wegrennen und sich langsam zurückziehen. Spannende Informationen, die hoffentlich nie gebraucht werden – aber gut zu wissen sind.

    Anschließend führte der Rundgang zu den Wölfen. Zur Freude der Klasse ließen sich gleich mehrere Tiere beobachten, und sogar ihr Heulen war zu hören – für viele ein ganz besonderer Moment. Auch über das Leben und Verhalten der Wölfe erfuhren die Schülerinnen und Schüler viele interessante Fakten.

    Nach der Führung wurden die Kinder selbst zu kleinen Bärenforschern. In Zweierteams beobachteten sie ein ausgewähltes Tier, beantworteten Fragen zu dessen Lebensweise und gestalteten ein Tatzenprofil. So konnten sie das neu erworbene Wissen direkt anwenden und vertiefen.

    Zum Abschluss gönnten sich die Schülerinnen und Schüler noch ein Eis – eine willkommene Abkühlung nach einem erlebnisreichen Sommertag.

    Der Besuch im Alternativen Wolf- und Bärenpark hinterließ einen bleibenden Eindruck. Neben vielen spannenden Informationen über Bären, Wölfe und Luchse nahmen die Kinder vor allem die Erkenntnis mit, wie wichtig ein respektvoller Umgang mit Wildtieren und ihren Lebensräumen ist. Der Lerngang zeigte eindrucksvoll, wie lebendig und nachhaltig Lernen außerhalb des Klassenzimmers sein kann.

    Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die diesen lehrreichen und eindrucksvollen Tag ermöglicht haben.

    Die Projekte der Naturparkschule wurden vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg sowie der Lotterie Glücksspirale gefördert.

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