Raus aus dem Klassenzimmer, hinein in die Natur: Als zertifizierte Naturparkschulen legen die Maria-Victoria-Schule Ottersweier und die Grundschule Unzhurst großen Wert darauf, Natur und Umwelt hautnah erlebbar zu machen. Deshalb verbringen alle Klassen im Laufe des Schuljahres zwei Vormittage draußen, wo sie die heimische Landschaft und Kultur mit allen Sinnen entdecken, Zusammenhänge in der Natur erforschen und wertvolle praktische Erfahrungen sammeln können.
Im Juni stand für die beiden achten Klassen der Maria-Victoria-Schule ein besonderer Naturerlebnistag auf dem Programm: „Outdoortag – Überleben in der Wildnis“. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ging es zunächst nach Bühlertal und anschließend zu Fuß weiter zur Bühlertäler Grillhütte – einem idyllischen Platz mitten im Wald. Umgeben von Bäumen und Vogelgezwitscher, ausgestattet mit einer Feuerstelle und einer Schutzhütte war der Ort perfekt für einen Tag voller praktischer Erfahrungen. Das Ziel: Feuer machen, Essen zubereiten, Natur erleben, Neues lernen – und gemeinsam Spaß haben.
Vor Ort wurden die Schülerinnen und Schüler von Modulpartner Christoph Maretzek, Outdoor-Guide und Experte für Überlebenstechniken, empfangen. Mit seinem Wissen und seiner Erfahrung vermittelte er den Jugendlichen spannende Einblicke in das Leben draußen in der Natur. Gleich zu Beginn stellte er klar: Sicherheit steht an erster Stelle. Der Wald ist ein wertvoller Lebensraum, aber auch mit Herausforderungen verbunden – etwa durch umstürzende Bäume, Gewitter oder schwieriges Gelände. Deshalb waren Aufmerksamkeit und Eigenverantwortung besonders wichtig.
Zum Einstieg hatte Christoph Maretzek verschiedene Tierfelle mitgebracht und erzählte Interessantes über heimische Tiere. Von Fuchs über Nutria und Biber bis hin zu Wolf und Luchs erfuhren die Schülerinnen und Schüler viel über die Tiere, die in unserer Umgebung leben.
Trotz wechselhaften Wetters wurde der Tag voller Tatendrang genutzt. Nach dem Motto „Was nass wird, wird auch wieder trocken“ ging es an die Vorbereitung des Brennholzes und den Aufbau des Feuers. Dabei lernten die Jugendlichen unter anderem, dass selbst Holz, das im Bach lag, noch verwendet werden kann. Anschließend wurde es praktisch: Mit Säge und Messer bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler die Holzstücke und stellten geeignetes Brennmaterial her. Dabei waren Konzentration, Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme gefragt. Beim Feuermachen erklärte Christoph Maretzek die drei wichtigen Grundlagen: Brennstoff, Sauerstoff und Hitze. Auch das richtige Löschen des Feuers war ein wichtiger Bestandteil, denn nur ein vollständig gelöschtes Feuer verhindert Funkenflug und damit die Gefahr eines Waldbrandes. Parallel dazu begann die Vorbereitung des gemeinsamen Essens – ganz ohne moderne Küchentechnik. Die Schülerinnen und Schüler schnippelten, rührten, kneteten und bereiteten alles selbst zu. Auf dem offenen Feuer entstanden Dinkelnudeln mit Gemüse und Tomatensoße, Fladenbrot sowie Pfannkuchen mit Schokocreme als Nachtisch.
Für viele war es eine besondere Erfahrung zu erleben, wie viel Zeit, Arbeit und Teamgeist früher nötig waren, um eine Mahlzeit zuzubereiten. Umso größer war die Freude beim gemeinsamen Essen. Danach wurde zusammen gespült, aufgeräumt und der Platz sauber hinterlassen.
Der Tag bot viele wertvolle Erfahrungen: Die Schülerinnen und Schüler lernten nicht nur Wissenswertes über Natur und Überlebenstechniken, sondern auch viel über Zusammenarbeit, Verantwortung und den bewussten Umgang mit alltäglichen Dingen. Feuer, Nahrung und Gemeinschaft bekamen eine ganz neue Bedeutung.
Ein herzlicher Dank gilt der Gemeinde Bühlertal für die Bereitstellung des Geländes sowie allen Beteiligten und Unterstützenden – besonders Modulpartner Christoph Maretzek für diesen abwechslungsreichen und spannenden Naturerlebnistag.
Die Projekte der Naturparkschule wurden gefördert durch den Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Lotterie Glücksspirale.




