Im Rahmen der Naturparkschule unternahm die 6. Klasse der Maria-Victoria-Schule einen Lerngang zum Sägewerk Stösser in Bühl-Vimbuch und zur Zimmerei Kohler in Ottersweier. Passend zum Modul „Vom Baum zum Brett“ drehte sich an diesem Vormittag alles darum, wie aus einem Baumstamm ein fertiges Holzprodukt wird und wie dieses dann, zum Beispiel in Form eines Brettes, in der Zimmerei weiterverarbeitet wird – „Vom Brett zum Haus“.
Empfangen wurde die Klasse am Vormittag von Niclas Müller, der eine informative Einführung durch den Betrieb des Sägewerks gab. Das familiengeführte Unternehmen beschäftigt rund 30 Mitarbeitende und verarbeitet überwiegend regionales Holz – bis zu 100.000 Bäume pro Jahr. An mehreren Stationen erkundeten die Schülerinnen und Schüler den Weg des Holzes durch den Betrieb.
Los ging es mit dem Thema Brandschutz – in einem Sägewerk ein besonders wichtiges Thema. Herr Müller erklärte die Funktion der großen Sprinkleranlage und eines 500.000 Liter fassenden Wassertanks, mit dem das Gelände im Notfall unterirdisch geflutet werden kann.
In den drei Trockenkammern geht es Käfern, Schädlingen und Holzwürmern an den Kragen. Das frisch gesägte Holz wird bei rund 65 °C getrocknet, damit es sich nicht mehr ausdehnt oder zusammenzieht. Die Jugendlichen durften die Bedienungsanlage der Trockenkammer bestaunen und erfuhren, wie die Restfeuchte von ca. 30 % auf etwa 8 % reduziert wird und warum das für die Weiterverarbeitung wichtig ist. Je nach Holzart kann die Trocknung zwei Tage oder auch zwei bis drei Monate dauern. Anschließend ging es in die Lagerhallen, in denen zugekaufte Materialien wie Platten oder Leimbinder lagern. Letztere bestehen aus verleimten Holzlamellen und sind besonders tragfähig – ideal für den Bau großer Holzkonstruktionen.
Beim Gang über das Gelände wurde deutlich, dass im Sägewerk nichts verschwendet wird: Holzreste wie Bretter, Hackschnitzel und Sägemehl werden vollständig verwertet – etwa zum Heizen, zur Versorgung des städtischen Heizkraftwerks oder als Einstreu für Pferdeboxen.
Auf dem beeindruckenden Rundholzplatz lagert hauptsächlich Douglasienholz – es ist resistenter gegen Witterungseinflüsse. Die Schüler*innen lernten, dass es ein Nachhaltigkeitsprinzip gibt: So viele Bäume, wie aus dem Wald entnommen werden, müssen auch wieder gepflanzt werden. Denn Holz ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens!
In der Sägehalle konnten die Jugendlichen schließlich die riesige Gattersäge in Aktion sehen. Sie zerteilt Baumstämme in Balken, Kanthölzer und Bretter. Weitere Maschinen wie die Hobel- und Kappsäge sorgen für den letzten Feinschliff, bevor das Holz sortiert und dokumentiert wird.
Für die weitere Verarbeitung durfte jede/r ein Douglasienbrett mitnehmen – dieses kam bei dem nächsten Stopp zum Einsatz. In der nagelneuen, beeindruckenden Halle der Zimmerei Kohler in Ottersweier wurden die Schülerinnen von Louis Kohler empfangen. Er erzählte vom Bau der Halle, der Firma und deren Aufgaben. Bei der Firma Holz- und Treppenbau Kohler in Ottersweier steht ein engagiertes und erfahrenes Team bereit, um vielseitige Projekte zu realisieren. Geleitet von Dieter und Louis Kohler vereinen sie traditionelle Handwerkskunst mit modernen Techniken.
Der Höhepunkt des Tages war das Zusammenbauen der vorbereiteten Bretter zu einem Vogelhaus – mit kräftiger Unterstützung der Zimmermänner! Es wurde zusammengeschraubt, gebohrt und geschraubt, und am Ende wurde das mitgebrachte Holzbrett aus dem Sägewerk als Boden eingesetzt – und so schließt sich der Kreis – vom Baum zum Brett zum Haus. Die Jugendlichen konnten am Ende ihr eigenes kleines Haus mit nach Hause nehmen und so einer Vogelfamilie ein neues Zuhause schenken.
Ein herzliches Dankeschön an die Firma Stösser und die Zimmerei Kohler für die freundliche Aufnahme, Verpflegung und Unterstützung – besonders an Herrn Müller und Herrn Kohler für die lehrreiche Einführung in die Welt der Holzverarbeitung!




