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    der Maria-Victoria-Schule
    Grund- und Werkrealschule Ottersweier
    Naturparkschule

  • Warum betrunkene Bienen draußen bleiben müssen

    „Wusstet ihr, dass betrunkene Bienen nicht in den Bienenstock dürfen?“
    Mit dieser überraschenden Frage begann das Naturparkschul-Modul „Biene“ für die dritten Klassen der Maria-Victoria-Schule Ottersweier und der Grundschule Unzhurst bei CumNatura in Bühl – und sofort war die Neugier der Kinder geweckt.
    Genau das macht die Naturparkschule aus: Lernen direkt vor Ort, mit Menschen, die ihr Wissen aus der Praxis weitergeben und Natur erlebbar machen. CumNatura ist nicht nur Partner des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord, sondern auch ein außergewöhnliches Unternehmen rund um Bienenprodukte – mit schätzungsweise 20 Millionen fleißigen „Mitarbienerinnen“. Ein honigsüßer Lernort!
    Die Bienenexpertinnen und -experten Josh, Maike und Uli nahmen die Kinder mit in die faszinierende Welt der Honigbienen. Und tatsächlich: Bienen können sich betrinken. Wenn Nektar bei großer Hitze zu gären beginnt oder sie vergorenes Obst naschen, geraten sie ins Taumeln. Betrunkene Bienen dürfen anschließend nicht zurück in den Stock, damit sie die anderen Tiere nicht gefährden.
    Auch erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie wichtig die Arbeit der Imkerinnen und Imker ist. Die Varroamilbe stellt eine große Gefahr für Bienenvölker dar. Zum besseren Verständnis erklärten die Fachleute: Für eine Biene fühlt sich eine solche Milbe an, als müsste ein Mensch ständig ein Kaninchen auf den Schultern tragen.
    Staunen lösten auch viele weitere Fakten aus: Drohnen besitzen besonders große Augen, damit sie die Königin während ihres Hochzeitsfluges finden können. Arbeiterinnen sehen ultraviolettes Licht – Blumen leuchten für sie in ganz anderen Farben als für uns. Gleichzeitig sehen Bienen in der Ferne eher schlecht. Wer ruhig stehen bleibt, kann sich deshalb tatsächlich vor ihnen „verstecken“.
    Anschließend ging es um den Bau eines Bienenstocks. Die Kinder lernten, dass Bienen Wachs selbst produzieren, indem sie schwitzen, und daraus ihre sechseckigen Waben errichten. Diese Form bietet maximale Stabilität bei optimaler Platzausnutzung – ein wahres Meisterwerk der Natur.
    Draußen wurde es praktisch: Die Schülerinnen und Schüler lernten den berühmten Schwänzeltanz kennen und zeichneten ihn sogar selbst mit Kreide nach. Danach wartete der Höhepunkt des Vormittags – der Besuch am Bienenstock.
    Dort erfuhren die Kinder, wie ein Bienenvolk seine Temperatur das ganze Jahr über zwischen 30 und 36 Grad hält. Im Sommer bringen die Bienen Wasser in den Stock und fächeln mit ihren Flügeln frische Luft, sodass Verdunstungskälte entsteht. Im Winter erzeugen sie durch Muskelarbeit Wärme und halten so ihr Volk warm.
    An die vielen summenden Bienen mussten sich manche Kinder zunächst gewöhnen. Doch schnell zeigte sich: Wer ruhig bleibt, wird auch von den Bienen in Ruhe gelassen. Imker Josh machte es vor. Ganz gelassen zog er die Waben aus dem Stock, obwohl Tausende Bienen um ihn herumflogen. Sein Geheimnis: keine hektischen Bewegungen. „Ich bin kein Bär – ich bin keine Gefahr“, erklärte er schmunzelnd. Die Kinder entdeckten die Königin, beobachteten Drohnen und Arbeiterinnen und durften schließlich sogar frischen Honig direkt aus der Wabe probieren – ein echtes Geschmackserlebnis.
    Doch damit war der erlebnisreiche Vormittag noch lange nicht vorbei. Gemeinsam wurde Honig geschleudert, eine erfrischende Honiglimonade hergestellt und verkostet, Wachskerzen wurden gerollt, verschiedene Honigsorten probiert und ein spannender Film rundete das Programm ab.

    Zum Abschluss warteten noch ein Quiz, eine Urkunde und ein Glas Honig zum Mitnehmen auf die kleinen Bienenexpertinnen und -experten. Stolz, mit viel neuem Wissen und vielen schönen Eindrücken kehrten sie nach Hause zurück.

    Ein herzliches Dankeschön gilt Josh, Maike, Uli und Stefan Kumm für diesen außergewöhnlichen und abwechslungsreichen Vormittag. Die Begeisterung für die Welt der Bienen war bei allen deutlich zu spüren – ein lehrreicher Tag, der sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

    Die Projekte der Naturparkschule wurden vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg sowie der Lotterie Glücksspirale gefördert.

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