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    der Maria-Victoria-Schule Ottersweier/Lauf

  • Ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Digitalisierung

    Mit einem Videokonferenzsystem, das zunächst als Pilotprojekt nur bei den Sechstklässlern eingesetzt wird, beschreitet die Maria-Victoria-Schule Ottersweier erneut innovative Wege. Die Idee geht auf Lehrer Frank Steurer zurück, der die Digitalisierung der Schule federführend vorantreibt; auf Vermittlung von Bürgermeister Jürgen Pfetzer übernahm die Bernhard-Friedmann-Stiftung Ottersweier die Kosten in Höhe von rund 1000 Euro. Bei einem Pressegespräch präsentierten Frank Steurer und Schulleiter Bernhard Schmidt das High-Tech-System dem Bürgermeister und Gertrud Friedmann, die der Stiftung gemeinsam mit ihrem Mann vorsteht, in der Praxis: Vanessa Sturges, Klassenlehrerin der „Modellklasse“, unterrichtete am Montag gerade Mathematik – in einem Klassenraum vor der Hälfte der Schüler persönlich, in einem Nachbarraum per Live-Stream nur auf dem Beamer zu sehen.

    Diese Methode, sagte Steurer, sei ein weiterer Baustein, um unter Einhaltung von Hygieneauflagen einen möglichst effektiven Unterricht zu gestalten. „Das System wird eigentlich im Business-Bereich angewandt, es erweist sich aber auch für die Schule als sehr gut geeignet.“ Technisch funktioniere es wie folgt: „Im Live-Raum steht ein Stativ mit Kamera, das mit dem Rechner verbunden ist und die Aussagen des Lehrers, aber auch Wortmeldungen der Schüler aufnimmt und ins andere Klassenzimmer überträgt.“ Dort befinde sich ein weiterer, zugleich mit dem Beamer verbundener Rechner. „Die Schüler sehen und hören Lehrer und Klassenkameraden perfekt, die Mikrofone funktionieren hervorragend.“ Umgekehrt habe die Lehrkraft die „ausgelagerten“ Schüler im Nebenraum bestens im Blick, könne sie in den Unterricht einbeziehen und gegebenenfalls für Ordnung sorgen. Das, berichtete Bernhard Schmidt, sei bisher freilich nicht nötig gewesen: „Die Schüler verhalten sich erstaunlich diszipliniert.“ Auch aus Gründen der Gerechtigkeit erhielten beide Klassenhälften wechselweise Unterricht. „Einen Tag die einen, am nächsten Tag die anderen.“ Das Modellprojekt habe Vorbildcharakter, könne aber nicht flächendeckend eingesetzt werden, so Schmidt weiter. „Wenn wir wieder alle Schüler im Haus haben, stehen uns gar nicht genug Räume zur Verfügung, um alle Klassen zu halbieren. Außerdem ist die Anschaffung des Systems zu teuer, um die gesamte Schule damit auszustatten.“ Ideal wäre es, wenn der Unterricht zu den Kindern nach Hause gestreamt werden könne, sagte er. „Das geht leider aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht.“ Aktuell sei die Lösung aber wenigstens für die Sechstklässler ein toller Weg, um relativ „normalen“ Unterricht zu erhalten.

    Gertrud Friedmann erinnerte sich an die Anfrage von Bürgermeister Pfetzer im vergangenen Spätsommer. „Wir haben recht spontan zugesagt“, blickte sie zurück. „Vor zwei Jahren hätte noch niemand an so etwas gedacht, aber Corona hat gezeigt, wie enorm wichtig die Digitalisierung ist. Die Finanzierung des neuen Systems war für uns selbstverständlich.“ Den langen Zeitraum von der Idee bis zur Umsetzung erläuterte Steurer mit den extrem langen Lieferzeiten für alle entsprechenden Geräte, von Videokonferenzsystemen bis hin zu iPads, im Zuge der Pandemie. Die Gäste zeigten sich angetan von dem geteilten Unterricht, der auch im Nebenraum – beinahe – wie immer wirkte. Das beschrieb Schmidt lächelnd an einem Beispiel: „Die Mikrofone sind so sensibel, dass wirklich jeder es hört, wenn auch nur ein Stift runterfällt.“ Wohl auch aus diesem Grund folgten die Gäste den mathematischen Ausführungen der Lehrerin während des Besuchs der Klassenzimmer fast genauso diszipliniert wie die Schüler.

    BU: Bürgermeister Jürgen Pfetzer (stehend, links) mit Schulleiter Bernhard Schmidt und Gertrud Friedmann beim Besuch der Sechstklässler am Montag (mit im Bild auch Klassenlehrerin Vanessa Sturges).

    Bericht und Foto Katrin König

     

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